Geschichte 1950 - 1980

 

1951 Am 14. März beginnt man mit dem Wegräumen von Brandschutt und den notwendigen Sicherungsarbeiten.
1952 Der Wiederaufbau - nach den Plänen von Architekt Ing. F. Albrecht - wird von der evangelischen Schulgemeinde getragen. Im November beginnt eine öffentliche Straßensammlung für den Wiederaufbau. Bauschillinge zu 1S und 5S werden angeboten.
1953 Im November beginnen Mitglieder des BVS/PAX-Teams am Wiederaufbau der Schule zu arbeiten. Das BVS/PAX-Team besteht aus jungen Amerikanern, die aus religiösen Gründen den Kriegsdienst verweigert haben und freiwillig den schweren Baudienst versehen, um so einen Beitrag zur Völkerversöhnung zu leisten. Der Einsatz der "Kirche der Brüder" und der Mennoniten dauert insgesamt sechs Jahre. Mehr als 100 junge Männer helfen in dieser Zeit mit, das Schulgebäude wieder aufzubauen. Nach und nach wird ein neues Stiegenhaus aufgemauert, eine Zentralheizung, Wasser, Gas und Licht installiert. Neue Fußböden, Türen und Fenster sind notwendig. Die Generalsanierung der Fassade wird mit Steinmetz- und Bildhauerarbeiten vorangetrieben.
1959 Obwohl es im zweiten und dritten Stock noch eine Reihe von Arbeiten zu erledigen gibt, beziehen im Herbst fünf Schulklassen das Gebäude. So wird die Raumnot in der Hamburgerstraße etwas gemildert.
1961

Ab September können alle 14 Klassen dieses Jahrgangs in der Schule am Karlsplatz unterrichtet werden.

Superintendent Georg Traar bittet die Presse am 30. Mai in die Aula der Schule zu einem Empfang, der den Auftakt zu einer ganzen Reihe festlicher Veranstaltungen zur Wiedereröffnung der Schule am Karlsplatz bildet.
Am 4. September findet der Festgottesdienst in der Lutherischen Stadtkirche statt. Zwei Tage später werden Eltern und SchülerInnen der letzten 15 Jahre, sowie Vertreter alles Firmen und Handwerker und die Mitglieder des Evangelischen Schulvereins zu einem Fest in die Schule geladen. Ehrengast ist der Bundesminister für Unterricht, Dr. Heinrich Drimmel.
Am 8. September laden Superintendent Traar und Pfarrer Erich Wilhelm, Obmann des Schulausschusses, zu einem großen Empfang in die Prunksäle des Schlosses Belvedere. Der Einladung folgen u.a.: Bundespräsident Dr. Adolf Schärf, Nationalratspräsident Dr. Leopold Figl, Unterrichtsminister Dr. Heinrich Drimmel, die beiden Vizebürgermeister von Wien, Hofrat Hans Mandl und Felix Slavik. Neben Mitgliedern des Diplomatischen Corps waren auch hohe Vertreter der Evangelischen Kirche (Synodalpräsident Dr. Otto Fischer, die Superintendenten Volkmar Rogler und Valentin Schmid, Kirchenkanzler Dr. Karl Pikkel, Oberkirchenrat Adolf Künzel) sowie viele Pfarrer und Kuratoren aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland unter den Gästen.

1961/62

Die Schule wird wieder als Volks- und Hauptschule für Mädchen und als Volks- und Hauptschule für Knaben geführte. Direktorin der Mädchenschule: Ilse Cicvarek, Direktor der Knabenschule: Hans Eichinger.
Im gesamten Schuljahr zeugen Lehrausflüge, Schikurse, Schullandheimaufenthalte, Elternsprechtage und die damals üblichen Quartalszeugnisse von einem regen und ereignisreichen Schulbetrieb.

1962 Der Physiksaal ist fast zur Gänze fertiggestellt. Die Arbeiten am Festsaal werden aus Geldmangel abgebrochen. Superintendent Traar hofft auf eine Geldspende aus Deutschland. Der Festsaal bleibt für lange Jahre unvollendet.
1963/64

Bereits seit 1961 werden einzelne Räume der Schule vermietet. Nun werden weitere Räume für Sprachkurse der Industriellenvereinigung und der Turnsaal für den Ersten Wiener Turnverein zur Verfügung gestellt. Da dringend Geldmittel für den Wiederaufbau benötigt werden, ist dies eine - wenn auch für den schulischen Ablauf unbequeme - Möglichkeit der Geldgewinnung.

Die aus dem Jahr 1928 stammenden Schulstatuten werden geändert und an moderne Bedürfnisse angepasst.

1964/65

Schuljugendgottesdienst zum 20jährigen Bestand der 2. Republik.

Der akademische Maler Professor Otto Riedel, Zeichenlehrer in der Hauptschule, schneidet und brennt in der Wienerberger Ziegelfabrik die Tonziegel, die im Halbstock als Hausspruch befestigt werden: " Weiset meine Kinder und das Werk meiner Hände zu mir!  Jes. 45, 11"

1965/66 Um den Übertritt ins Gymnasium zu ermöglichen, werden in der Hauptschule Lateinkurse eingeführt.
1966/67 Gründung eines Schülerorchesters durch Fachlehrer Peter Grunsky.
Dr. Hans Fischer wird Obmann des Evangelischen Schulvereins.
1967/68 "Vor 50 Jahren bin ich in diesem Klassenzimmer zur Schule gesessen. Mein Klassenlehrer war Herr Taufmann. Der Löwe im Fenster ist meine einzige Erinnerung. Mein Name ist P.N. Michigan, USA. Ich grüße meine alte Heimat!" Diese Worte steht eines Morgens auf einer Schultafel. Ein amerikanischer Tourist hat sein Klassenzimmer gesucht und gefunden!
In diesem Jahr werden neue Tische und Sessel für drei Klassen angekauft.
1968/69 Die modern eingerichtete Schulküche im 4. Stock wird feierlich in Betrieb genommen.
1969/70 Der Karlsplatz vor dem Schulhaus wird umgebaut und betoniert. Haltestellen werden verlegt und sind nur erschwert erreichbar.
In den Schulklassen werden 25 Jahre Zweite Republik gefeiert.
1970/71 Die Turnsaalgarderobe wird durch einen Dusch- und Baderaum erweitert. Eine Belüftungsanlage wird montiert.
1972/73 Rund um die Hausfassade werden die Zierquader saniert. Alle elektrischen Anlagen werden umorganisiert und saniert.
Der Schulversuch "Fremdsprachliche Vorschulung Englisch" wird an der Volksschule eingeführt.
1973/74 Wie an allen anderen Schulen Österreichs, werden auch an der Schule am Karlsplatz kostenlos Schulbücher verteilt.
Die Leiterin des Tagesheims Anne Trenner feiert ihr 25jähriges Dienstjubiläum.
Angesichts einer weltweiten Energiekrise werden die Semesterferien (2 Tage) auf eine Woche ("Energieferien") verlängert.
1974/75

Feierliche Eröffnung des Festsaals im Schulgebäude.

1975/76 Frau Oberschulrat Direktorin Ilse Cicvarek geht in Pension.
1976/77 Für das laufende Schuljahr leitet Frau Susanne Woditsch die Volks- und Hauptschule für Mädchen. Die Knabenschule führt versuchsweise eine Vorschulklasse.
1977/78 Das Schulhaus wird an das Fernheizwerk angeschlossen. Der in einen Lichthof eingebaute Aufzug wird in Betrieb genommen. Der Festsaal ist nun auch für Menschen mit Behinderung leicht erreichbar.
1978/79 Während der Sommerferien wird die Schule am Karlsplatz umorganisiert. Frau Dir. Heide-Inge Heiss leitet nun die Volksschule für Knaben und Mädchen. Dir. Hans Eichinger leitet die Hauptschule für Knaben und Mädchen. Die Leiterin des Tagesheimes Frau Anne Trenner geht in Pension. Ihre Nachfolgerin ist Frau Heide Berger.
1979/80 Der Schulausschuß wählt Ernst Hausensteiner zum Nachfolger von Dir. Eichinger.